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Leberzirrhose (Leberschrumpfung) Was ist eine Leberschrumpfung? Bei einer Leberzirrhose wird Lebergewebe zerstört und zu Narben und Bindegewebe umgewandelt. Zu dieser Vernarbung kommt es, wenn verschiedene Lebererkrankungen über Jahre hinweg nicht ausheilen können. Wenn viel funktionsfähiges Gewebe fehlt, wird die Leistung des Organs eingeschränkt. Die Leber hat als größte Drüse des Körpers viele wichtige Aufgaben. Sie unterstützt die Verdauung, den Blutkreislauf, die Blutgerinnung, den Stoffwechsel und den Hormonkreislauf. Eine Leberzirrhose entsteht am häufigsten auf Grund übermäßigen Alkoholkonsums Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Unbehandelt führt die Zirrhose durch den Zusammenbruch aller Leberfunktionen (Leberkoma) zum Tod. Wodurch entsteht eine Leberzirrhose? Langjähriger Alkoholmissbrauch Alkohol verursacht in Deutschland die meisten Leberschrumpfungen. Alkohol wird in der Leber zu Fett abgebaut, welches dann nicht vollständig aus den Zellen entfernt werden kann. Es bildet sich eine Fettleber. Die mit Fett überladenen Zellen entzünden sich nach einer gewissen Zeit und sterben ab. Zusätzlich entstehen beim Abbau von Alkohol Giftstoffe, die weiteres Gewebe zerstören. Wie viel Alkohol zu einem Leberschaden führt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Trinkt ein Mann täglich einen Liter Bier oder einen halben Liter Wein, wirkt diese Menge bereits giftig auf die Leber. Frauen reagieren empfindlicher auf Alkohol. Hepatitis vom Typ B >und Bei einer chronischen Hepatitis sterben die entzündeten Leberzellen ab und werden zu narbigem Bindegewebe. Andere Ursachen Sehr selten kommt es zur Zerstörung von Lebergewebe durch Krankheiten von Leber und Galle (primäre biliäre Zirrhose, primär sklerosierende Cholangitis), Krankheiten des Eisen-, Kupfer- und Fettstoffwechsels (z.B. Hämochromatose, Wilson-Krankheit und Mukoviszidose <../../oder Tropenerkrankungen <../../Giftstoffe wie Tetrachlorkohlenstoff, Arsen oder bestimmte Medikamente sind ebenfalls schädlich für die Leber. Welche Beschwerden treten auf? Im frühen Stadium zeigen sich zuerst uncharakteristische Symptome wie: Müdigkeit und Leistungsschwäche Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsabnahme Im späteren Stadium stehen Beschwerden im Vordergrund, die speziell Leberschäden aufzeigen: Gelbsucht Juckreiz spinnennetzartige, rote Äderchen auf der Haut und Rötung der Handinnenflächen Vergrößerung der Milz Wasseransammlung in den Beinen und im Bauch (Bauchwassersucht, Ascites): Bauchwassersucht entsteht durch Störungen des Eiweißhaushalts und macht sich durch das Anschwellen des Bauchs bemerkbar. Störungen im Hormonhaushalt: Die Leber kann die weiblichen Hormone (Östrogene), die auch bei Männern vorhanden sind, nicht mehr abbauen. Bei Männern können sich Brüste entwickeln, die Hoden schrumpfen, das sexuelle Verlangen und die Potenz <../../ab. Bei Frauen kann die Regel ausbleiben oder unregelmäßig werden. Ist die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten, treten häufig folgende Komplikationen auf: Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen): Ist der Weg des Bluts durch die Leber auf Grund von Vernarbungen behindert, bildet sich ein Umgehungskreislauf, in dem ein hoher Druck herrscht. Teil dieses Umwegs sind die Venen in der unteren Speiseröhre. Sie bilden dann Krampfadern, die leicht platzen. Dadurch kommt es zu teils lebensbedrolichen Blutungen. Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom): 80 Prozent dieser Krebsfälle werden durch die Leberzirrhose verursacht. Pro Jahr erkranken fünf von hundert Patienten mit Leberschrumpfung. Hepatische Enzephalopathie (durch die Leber verursachte Gehirnerkrankung): Weil die Leber nicht mehr alle Giftstoffe abbauen kann, gelangen diese ungefiltert ins Blut. Manche Verbindungen wie z.B. Ammoniak schädigen dann die Gehirnzellen. Es gibt verschiedene Stadien der Leber-Gehirnerkrankung. In Stadium eins sind die Erkrankten oft schläfrig, langsam, leicht verwirrt, schwanken in ihren Stimmungen, können sich nicht richtig konzentrieren, sprechen verwaschen, unter Umständen flattert ihre Hand. In Stadium zwei kommt Apathie dazu, und in Stadium drei und vier steigert sich der Zustand bis zum Leberausfall-Koma. Wie stellt der Arzt die Diagnose? Zunächst nimmt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese) auf. Besonders wichtig sind die Fragen nach Alkoholkonsum und nach Risiken, sich an einer Hepatitis angesteckt haben zu können (z B. Beruf im medizinischen Umfeld, Auslandsreisen oder Erkrankung des Sexualpartners). Bei der körperlichen Untersuchung tastet der Arzt, wie groß die Leber ist und wie ihre Oberfläche beschaffen ist. Er prüft die Größe der Milz und klopft den Bauch ab, ob sich Wasser im Bauchraum befindet. Weiter sucht er die Haut auf Leberzeichen wie Gelbfärbung, Spinnenäderchen oder Handrötung ab. Wie stark die Leber geschädigt ist, wird anhand einer Blutuntersuchung <../../festgestellt. Wenn Leberenzyme >, die normalerweise nur in den Leberzellen vorkommen, im Blut auftreten, zeigt das einen Untergang der Zellen an. Stoffe, die die Leber herstellt wie Cholinesterase und Gerinnungsfaktoren <../../finden sich im Erkrankungsfall in vermindertem Maße. Giftstoffe, die normalerweise von der Leber ausgefiltert werden, sind wiederum im Blut zu finden. Mittels Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) <../../kann die Größe der Leber und zum Teil auch die Beschaffenheit des Gewebes bestimmt werden. In seltenen Fällen entnimmt der Arzt Gewebeproben aus der Leber. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Die allmähliche Zerstörung der Leber kann aufgehalten werden, wenn die Ursachen rechtzeitig beseitigt werden. Die bereits angerichteten Schäden können nicht wieder behoben werden. Eine rechtzeitige Behandlung der Erkrankung kann die Beschwerden lindern. Sie erhöht die Chancen, ein fast normales Leben führen zu können. Alle Stoffe, die die Leber schädigen, wie Alkohol, chlorierte Kohlenwasserstoffe, bestimmte Medikamente wie z.B. Methotrexat müssen sofort gemieden werden. Liegt der Zirrhose eine Erkrankung zu Grunde wie z.B. eine Hepatitis, muss diese zunächst behandelt werden. Bei Bauchwassersucht oder Elektrolytstörungen werden harntreibende Mittel (Diuretika) eingesetzt, die das Wasser im Bauchraum ausschwemmen. Durch blutdrucksenkende Medikamente wird der Blutdruck in den Speiseröhrenkrampfadern vermindert. Damit verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Blutgefäße platzen. Abhängig von der Entstehung der Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation sinnvoll sein. Die besten Aussichten auf eine erfolgreiche Übertragung haben hierbei Patienten, die alkoholkrank sind und ihre Sucht überwunden haben. Was können Sie selber tun? Trinken Sie keinen Alkohol. Falls Alkohol die Ursache für Ihre Leberzirrhose ist, sollten Sie sofort mit dem Trinken aufhören. Suchen Sie Unterstützung bei Freunden, der Familie und schließen Sie sich einer Selbsthilfeorganisation an (z.B. Anonyme Alkoholiker). Lassen Sie sich eventuell gegen Hepatitis impfen, insbesondere wenn Sie ins Ausland fahren. Achten Sie auf giftige Chemikalien an Ihrem Arbeitsplatz. Betriebsärzte oder Arbeitsmediziner können sie über Gefahren aufklären. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Medikamente oder Vitaminpräparate, die Sie nehmen, schädlich für die Leber sind. Ihr Arzt wird mit Ihnen eine Leber-Diät besprechen. Sorgen Sie für eine ausgewogene protein- und nährstoffreiche Ernährung. In späteren Stadien sollten Sie den Eiweißgehalt der Nahrung verringern. Gehen Sie so weit wie möglich Ihren gewohnten Tätigkeiten nach. Falls Sie unter geschwollenen Beinen leiden, sollten Sie sie möglichst häufig hochlegen. Prognose Bei fortgeschrittener Zirrhose sterben 40 bis 60 Prozent der Patienten innerhalb eines Jahres. Häufigste Todesursachen sind Blutungen aus den Krampfadern in der Speiseröhre, akutes Leberversagen und Leberzellkrebs. Wenn sich die Grunderkrankung, die zur Leberzirrhose geführt hat, behandeln lässt, ist die Prognose sehr viel besser. Die besten Aussichten haben Alkoholkranke, die dauerhaft mit dem Trinken aufhören. Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular! |
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